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Conpetition News

Aktuelle Meldungen und Beiträge zu unseren Themenfeldern

Artikel von Conpetition in der LZ06. Juni 2016

Lebensmittelzeitung - „Bequemlichkeit ist ein starker Anreiz"

Am 03.06.2016 erschien folgendes Interview mit Holger Becker (Conpetition Management Beratung) in der Lebensmittelzeitung.

Seit dieser Woche können Kunden von dm-Drogeriemarkt an den Kassen aller bundesweit 1790 Filialen mobil mit ihrem Handy bezahlen. Möglich macht das die neue Smartphone-App von Payback, Deutschlands führendem Bonusprogramm-Betreiber. Mobile Payment könnte damit erstmals von einer Marginalie zum Massenphänomen werden.

Herr Becker, Sie haben schon einige M-Payment-Systeme kommen und gehen sehen. Ist Payback der nächste hoffnungsfrohe, letztlich aber glücklose Kandidat?

Davon gehe ich nicht aus. Payback hat den Vorteil, im Kern keine Bezahllösung zu sein. Bezahlen ist nur eine zusätzliche Funktion, die in eine bereits bestehende App eingebettet ist.

Warum ist das ein Vorteil?

Zum einen ist Payback ein etabliertes Loyalty-Programm mit 28 Mio. Kunden; die Payback-App wurde bereits auf 8,5 Mio. Smartphones installiert. Das ist eine Kundenbasis, von der andere M-Payment-Anbieter, die auf der grünen Wiese anfangen müssen, nur träumen können.

Und zum anderen?

Zum anderen ergibt sich daraus ein großer Nutzen, eine hohe Relevanz für den Kunden. Er kann nicht nur mobil bezahlen, sondern gleichzeitig E-Coupons aktivieren sowie Punkte sammeln und einlösen. Bisher musste er die EC-Karte rauskramen, nach der Payback-Karte suchen, Papiercoupons auspacken, um dann festzustellen, dass die schon längst abgelaufen sind ... Bequemlichkeit ist ein starker Anreiz.

Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und Bargeld sowie Karte tun es ja auch.

Bezahlen ist eine Gewohnheit, die geändert werden muss, und dafür braucht es gute Gründe. Payback hat die und außerdem viele namhafte Handelspartner, starke Marken mit dichtem Filialnetz und hoher Besuchsfrequenz. Nehmen Sie dm, Rewe, Aral, Real, Kaufhof, Alnatura oder Fressnapf. Da können relativ schnell neue Nutzungsroutinen entstehen.

Apropos Handel: Viele M-Payment-Lösungen sind auch daran gescheitert, dass die beteiligten Händler nicht so mitgezogen sind, wie sie sollten.

Von alleine wird sich auch M-Payment von Payback nicht durchsetzen. Das Kassenpersonal muss wissen, dass es das gibt und wie es funktioniert. Zudem müssen die Mitarbeiter die Kunden vor Ort aktiv auf das Angebot aufmerksam machen. Da ist ein gut organisierter Filialist wie dm sicherlich ein idealer Pilotpartner. Hinzu kommt, dass Payback schon heute über die richtigen Kontakte in den Handelsunternehmen verfügt: nicht in die IT- oder Finanzabteilung, sondern in Marketing und Vertrieb.

Und was muss Payback selbst tun, um nicht nur Deutschlands größtes Bonusprogramm, sondern auch dauerhaft Deutschlands marktführendes Handy-Bezahlsystem zu werden?

Das, was Payback am besten kann: Kundengewinnung, Kundenbindung, Kundenaktivierung. Payback ist eine Marketing-Maschine. Die können die Nutzung mit Extra-Punkten, Startguthaben oder Coupon-Aktionen befeuern sowie großangelegte Werbekampagnen fahren.

Was meinen Sie, werden wir 2050 alle nur noch mit dem Handy bezahlen?

Als Unternehmensberater mache ich keine Prognosen, die vier Jahre übersteigen. Aber ich glaube, dass wir bis dahin zumindest nicht mehr mit Scheinen und Münzen bezahlen.

Artikel von Conpetition in der LZ06. Juni 2016

Lebensmittelzeitung - Die Payment-Revolution lässt auf sich warten

Am 18.03.2016 erschien folgender Artikel in der Lebensmittelzeitung.
Autoren: Holger Becker/Christoph Zirkenbach (Conpetition Management Beratung)

Mobilen Zahlverfahren fehlen oft Kundenfokus und Mehrwerte – Apple und Google machen es besser

Mit großen Ambitionen hatten sich etablierte Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen und Start-ups vor einigen Jahren auf die Digitalisierung der Bezahlverfahren gestürzt. Nun macht sich Ernüchterung breit.

Im vergangenen Jahr haben sich gleich zwei große Player aus dem Markt zurückgezogen: Die Deutsche Telekom stellte ihren Bezahlservice Click-and-Buy ein, und die Otto-Gruppe nahm Yapital nach nur vier Jahren vom Netz. Selbst Apple, anerkannter Experte bei der Digitalisierung von Geschäftsmodellen, ziert sich bislang, das Ende 2014 in den USA gestartete Bezahlsystem Apple Pay in Deutschland einzuführen.

Unterdessen setzen sowohl Volksund Raiffeisenbanken als auch Vodafone auf neue Initiativen. Während sich das Vorhaben der Banken, die Girocard in die Wallets der drei großen Mobilfunkkonzerne zu integrieren, noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, ist Vodafone bereits einen großen Schritt weiter: Mit der Integration von Paypal in die Vodafone Wallet soll noch in diesem Jahr ein weitverbreitetes Online-Bezahlverfahren (16 Mio. Paypal-Kunden in Deutschland) an den POS kommen.

Liegt die Schuld für die zögerliche Adaption neuer Bezahlverfahren an den Besonderheiten deutscher Kunden? Sicherlich hängen hierzulande mehr Menschen an Münzen und Scheinen als anderswo, und ja, technologische Neuerungen werden in Deutschland nicht immer mit amerikanischem Enthusiasmus aufgegriffen. Aber diese Erklärungsansätze greifen zu kurz. Die möglichen Gründe für das Scheitern bisheriger Payment-Lösungen sind vielfältiger und komplexer: Geschäftsmodell, Nutzenversprechen, Technologie, Marketing und Vertrieb müssen funktionieren, Partner und Endkunden müssen die Lösung akzeptieren und einen Mehrwert erkennen. Die Realität bei Mobile Payment sieht häufig anders aus: lange Registrierungsprozesse, notwendiger Tausch von SIM- und Kreditkarten, Einschränkungen bei der Wahl von Provider und Smartphone, ein sehr dünnes Netz von Akzeptanzstellen, fehlende Einführungskommunikation und unzureichende Schulung des Verkaufspersonals. Einfach geht anders.

Konsequenterweise ist kaum ein Kunde bereit, diesen Aufwand in Kauf zu nehmen. Diejenigen Kunden, die sich von alledem nicht haben abschrecken lassen, erhalten zudem nicht zwangsläufig eine Lösung, die das Bezahlen komfortabler gestaltet: Das Bezahlsystem Yapital funktionierte über QR-Codes, welche die Kunden an der Kasse mit dem Smartphone fotografieren mussten. Unschwer auszumalen, dass dieser Technologie kaum noch Chancen eingeräumt werden. Trotzdem testet Paypal seit Längerem ein auf QRCodes basierendes Verfahren, und auch das Bezahlsystem der Deutschen Post, Paysmart, setzt unverdrossen immer noch auf diese Technologie.

Apple und Google arbeiten seit Jahren an eigenen Mobile-Payment-Lösungen. Diese unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von allen anderen: Sie sind lediglich ein Feature der Hardware (Apple iPhone 6 bzw. Watch) oder des Betriebssystems (Google Android). Dies hat gravierende Vorteile für den Kunden: Er muss sich nicht erst aktiv für ein Bezahlverfahren entscheiden, und die Hürden für eine Registrierung sind deutlich geringer. Zudem setzen beide für die Kommunikation zum Kassenterminal auf die komfortable Near Field Communication (NFC), die sich nach einhelliger Expertenmeinung als Standard etablieren wird. Der Bezahlvorgang entspricht somit dem einer kontaktlosen Giro- oder Kreditkarte.

Nach dem Start von Apple Pay in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada sowie dem angekündigten Start in China, Spanien, Singapur und Hongkong gibt es bislang keine Ankündigungen für einen Marktstart in Deutschland. Möglicher Grund sind harte Verhandlungen mit den Banken: Die Transaktionsgebühren, durch die EU auf 0,3 Prozent gedeckelt, möchte man nicht ohne Gegenleistung mit Apple teilen. Zudem müssten teilnehmende Banken interne Prozesse anpassen.

Mit der Verbreitung des NFC-Nahfunks stellen sich nun langsam, aber sicher einige Voraussetzungen für die Verbreitung kontaktloser und mobiler Bezahlverfahren ein: Banken und Kreditkartenfirmen einigen sich auf NFC-fähige Karten. Standardisierte, NFC-fähige Terminals werden ausgerollt. Schlussendlich öffnen sich zunehmend mehr Einzelhändler, und sie schaffen – teilweise unbewusst – Akzeptanzstellen, denn Mastercard und Visa forcieren die Verbreitung NFC-fähiger Lesegeräte.

Um aber Mobile Payment zum Durchbruch zu verhelfen, muss es seine Vorteile ausspielen, auch gegenüber kontaktlosen Bezahlkarten. Jenseits profanen Bezahlens könnte eine Verknüpfung mit Kundenkarten, Bonusprogrammen oder Rabattcoupons den so dringend benötigten Mehrwert für den Kunden erlebbar machen.

Weihnachtsgeschenk 201515. Januar 2016

Conpetition unterstützt auch in diesem Jahr das Deutschlandstipendium der Goethe-Universität

Auch in diesem Jahr möchten wir unseren Beitrag leisten, um vielversprechende Nachwuchstalente zu fördern. Als Weihnachtsgeschenk unterstützen wir das Deutschlandstipendium der Goethe-Universität, das begabten Studierenden die Chance gibt, sich voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren.

Conpetition wünscht frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr!

Neues Projekt18. Mai 2015

Conpetition unterstützt Technologieunternehmen

Wir freuen uns über den Auftrag, ein Technologieunternehmen an zentraler Stelle in einem seiner wichtigsten Projekte zu unterstützen.

Ein anspruchsvolles Endkundenprodukt mit fast zweieinhalb Millionen Nutzern wird auf eine neue technische Plattform gehoben und erhält hinsichtlich Funktionalität, des Designs und der Usability eine völlig neue und zukunftsweisende Gestalt.

Conpetition unterstützt die Produktentwicklung und das Produktmanagement u.a. bei der Konzeption und Ausgestaltung verschiedener neuer Features, der lückenlosen Dokumentation dieser Konzepte sowie der Anforderungsdokumentation und der Anforderungsklärung in Richtung Realisierung. Hier ist Conpetition zentral an Abstimmungen sowohl mit internen Technikbereichen als auch mit externen Lieferanten beteiligt.

Neben technischen Lieferanten nehmen auch Kooperationspartner eine erfolgskritische Rolle im Projekt ein. Für die Verhandlungen erarbeitet Conpetition Konzepte, Strategien und Kooperationsmodelle und leitet interne Vorbereitungs-Workshops.

Für die interne Kommunikation auf Management-Ebene bereitet Conpetition die häufig komplexen Zusammenhänge und Abhängigkeiten verständlich und managementtauglich auf und bereitet so wichtige Entscheidungen vor.

Parallel zum laufenden Projekt werden bereits neue Funktionalitäten und Konzepte durchdacht und geprüft, die dem Produkt mit seinem schnellen, inzwischen internationalen Wettbewerbsumfeld auch weiterhin eine führende Rolle sichern sollen.

Neues Projekt06. März 2015

Conpetition unterstützt bei der Optimierung der Verkaufsförderungsstrategie

Wir freuen uns über den Auftrag, ein führendes deutsches Konsumgüterunternehmen bei der Neuausrichtung der Verkaufsförderungsmaßnahmen für einen Fachhandelskanal zu unterstützen.

Über viele Jahre hinweg wurden Verkaufsförderungsmaßnahmen im Unternehmen weiterentwickelt und den sich ändernden Erwartungen der Absatzmittler und Kunden erfolgreich angepasst.

Doch um die ambitionierte Vertriebsplanung zu unterstützen, muss die Verkaufsförderung zukünftig neue Wege gehen und zusätzliche Wachstumspotentiale ausschöpfen.

Conpetition überprüft zunächst die bestehende Verkaufsförderungsstrategie und die Wirksamkeit daraus abgeleiteter Maßnahmen auf Basis verfügbarer quantitativer Daten des Unternehmens.

Ergänzend werden die zugrundeliegenden internen Prozesse zur Vertriebsplanung und Zielbestimmung einer kritischen Würdigung unterzogen.

Persönliche Interviews innerhalb der Vertriebsorganisation und mit ausgewählten Absatzmittlern liefern entscheidende Hinweise auf Anforderungen und zu kritischen Erfolgsfaktoren.

Aus den vorangegangenen Schritten werden neue Verkaufsförderungsmaßnahmen entwickelt und in verschiedenen Segmenten des Fachhandelskanals pilotiert. Neben einem quantitativen Reporting werden auch Absatzmittler und Kunden befragt, um das neue Konzept optimal zu justieren.

Der anschließende Roll-out sieht erstmals auch eine differenzierte Einführung gesteuert nach klaren wirtschaftlichen und standortspezifischen Kriterien vor.

 

Neues Projekt09. Februar 2015

Conpetition unterstützt DAX 30 Unternehmen bei passgenauer Vertriebspartneransprache

Wir freuen uns über den Auftrag, ein DAX 30 Unternehmen bei der Vertriebsbearbeitung von mehreren tausend Partnerfilialen zu unterstützen.

Die effektive Ansprache und die zentrale Unterstützung der Vertriebsbemühungen erfordert gerade bei heterogener Vertriebspartnerstruktur ein hohes Verständnis für die Motivationsstruktur der Adressaten.

Was aber tun, wenn keiner wie der Andere ist?

Conpetition identifiziert im Rahmen eines mehrstufigen Selektionsverfahrens zunächst relevante Cluster auf Basis verfügbarer quantitativer Daten wie Lage, Infrastruktur oder Umsatz.

Diese Gruppen werden dann als Suchmuster für einzelne Repräsentanten verwendet, die im weiteren Verlauf durch persönliche Interviews näher untersucht werden.

Eine Aggregation aus quantitativen und qualitativen Daten erlaubt die Erstellung von Personas: fiktiven, aber datenbasierten Profilen in allen relevanten Ausprägungen der Zielgruppe.

Diese Personas gewähren einen plastischen Blick auf die Partner und stellen so eine zielgruppengerechte Maßnahmenentwicklung sicher.

Die Erstellung der Profile ist ein Teilprojekt innerhalb eines größeren Vertriebsprojektes zur Partneraktivierung, welches ebenfalls von Conpetition geführt wird.

Artikel von Conpetition in der LZ28. November 2014

Lebensmittelzeitung - Mobile Payment im Handel

Am 28.11.2014 erschien die Kurzversion des folgenden Artikels in der Lebensmittelzeitung.
Autoren: Christoph Zirkenbach/Christoph Jahnke (Conpetition Management Beratung)

Mobile Payment – muss der Handel jetzt handeln?

Das Thema Mobile Payment ist seit Jahren in aller Munde und gewinnt durch die kürzlich vorgestellte Lösung Apple Pay zusätzlich an Relevanz. Marktprognosen zeigen ein weltweites Transaktionsvolumen von über 720 Mrd. USD in 2017. Doch welche Bedeutung hat diese Entwicklung für den Handel? Welche Angebote zum mobilen Bezahlen sind bereits verfügbar und welche eignen sich für den Einsatz am POS?

Die grundsätzliche Akzeptanz digitaler Bezahlverfahren ist durch den nach wie vor stetig wachsenden Onlinehandel in voller Breite etabliert, die Smartphone-Penetration ist längst in der breiten Masse angekommen und wächst weiter. Im Zweifel hat ein Kunde eher sein Handy bei sich als seine Kreditkarte.
Die Nutzung mobiler Endgeräte zum Abschluss des Kaufvorgangs auch im stationären Handel ist daher logische Konsequenz, zumal konsistente Omni-Channel Konzepte ohnehin die gleichberechtigte Einbindung mobiler Endgeräte in den Kaufprozess erfordern.
Potentiell unterstützende Technologien wie NFC-Fähigkeit oder Fingerprint-Sensoren zur Authentifizierung sind in der aktuellen Gerätegeneration integriert und ermöglichen sichere und bequeme Transaktionen.

Doch wie in allen jungen Technologiemärkten mit relevantem Potential existieren eine Vielzahl konkurrierender Anbieter und heterogener Formate sowie entsprechende Unsicherheit und Zurückhaltung auf Kundenseite. Die Auseinandersetzung mit Mobile Payment ist ohne Zweifel eine notwendige Aufgabe für den Handel – aber ist sie Pflicht oder Kür?

Wie so oft - es kommt darauf an. Auf die übergeordnete Strategie, auf die Kosten- und Infrastruktur, auf die Positionierung, den Differenzierungswillen und auf den eigenen Anspruch, die Speerspitze der technologischen Avantgarde markieren zu wollen.

Der Handel kann jetzt tätig werden – muss aber nicht.

Der Handel ist dabei grundsätzlich in einer recht komfortablen Position, da die Anbieter von Payment-Lösungen dessen Outlets als Vertriebsoberfläche brauchen und sich entsprechend um deren Erschließung bemühen werden. Darüber hinaus ist durch die bevorstehende Regulierung der Kreditkartenunternehmen in Europa und den Eintritt zusätzlicher Player in den wachsenden Markt der Payment Provider mit entsprechend verschärftem Wettbewerb eine Senkung der Transaktionsgebühren zu erwarten, so dass die Zeit eher für als gegen den Handel läuft.

„Mobile“ wichtiger als „Payment“: Chance für den Handel auf Mehrwertdienste und direkte Kundenbeziehung

Grundsätzlich ergeben sich für Händler zwei (auch kombinierbare) Strategieoptionen:
1. Die Entwicklung und Implementierung einer eigenen bzw. Individualisierung einer White Label Lösung
2. Die Integration standardisierter Mobile Payment-Lösungen etablierter und neuer Anbieter nach der Konsolidierungsphase

Die Entscheidung für die erstgenannte Route setzt die Erkenntnis voraus, dass eine intelligente Mobile Payment-Lösung für den Handel nicht einfach die Einführung eines zusätzlichen Bezahlverfahrens, sondern vielmehr die Chance auf direktere Kundenbeziehung, die Integration von Mehrwertdiensten (Couponing, Loyalty etc.), Insights zum Kaufverhalten und den Weg der Marke auf das Handydisplay des Kunden bedeutet.
Ein frühzeitig etablierter Platz auf dem Smartphone des Verbrauchers kann vor dem Hintergrund weiterer POS-relevanter Technologien wie Beacons & Co. ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil sein. Das Potential dieser Optionen kann also durchaus den hohen Aufwand rechtfertigen – sofern die technische Möglichkeit zur Erfassung und Analyse der so erhobenen Daten sowie eine entsprechende Verknüpfung mit dem CRM-System gegeben sind.

Payment-Lösungen mit Fokus auf den Einsatz im Handel wie Yapital, Valuephone (White Label) oder CurrentC haben die entsprechenden Funktionalitäten in der Entwicklung berücksichtigt. Während Yapital und Valuephone, die bei REWE bzw. EDEKA im Einsatz sind und von Softwareanbietern in erster Linie für den Handel entwickelt wurden, stellt CurrentC einen Sonderfall dar. Die US-Payment-Lösung wurde 2012 von einem Handelskonsortium unter der Führung von WalMart initiiert und startet 2015 in den USA. Die eigens gegründete Gesellschaft Merchant Customer Exchange (MCX) repräsentiert über ihre Mitglieder mit 110.000 Outlets und einem Gesamtumsatz von einer Billion USD etwa 20% des US Handelsumsatzes und verlangt von angeschlossenen Unternehmen die Nutzung von CurrentC als alleinige Mobile Payment Option.
Zielsetzung bei der Entwicklung dieses handelszentrischen Bezahlmodelles ist neben der nahtlosen Integration relevanter Mehrwertdienste die deutliche Senkung der Transaktionskosten durch die direkte Anbindung der Plattform an die Banken unter Umgehung der Kreditkartenanbieter. Dieser Ansatz ist insbesondere in den USA relevant, wo die Kreditkartenzahlung traditionell einen deutlich höheren Anteil mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die ohnehin magere Handelsmarge hat.

Handelszentrische Lösungen haben naturgemäß die Bedürfnisse der Händler im Blick und bieten entsprechend attraktive Optionen in Bezug auf Mehrwertdienste und Transaktionsgebühren, dürfen aber den Kundennutzen dabei nicht aus den Augen verlieren. CurrentC wirkt schon vor dem Marktstart veraltet und schwerfällig und wird auch künftig nicht schnell genug reagieren können – ein Tribut an die langwierigen Abstimmungsprozesse großer Konsortien. Der Versuch, ein Produkt mit holperiger User Experience über Exklusivverträge künstlich aus dem Wettbewerb herauszuhalten, lässt darüber hinaus ein geringes Verständnis für die Erfolgsfaktoren digitaler Geschäftsmodelle erkennen.

Neben dem Handel haben sich naturgemäß auch die Key Player der Mobilfunkbranche mit der Entwicklung von Mobile Payment-Lösungen beschäftigt. Dabei sind zum Einen die Mobilfunkprovider (Mobile Network Operators – MNO) und zum Anderen die Hersteller von Hardware und / oder mobilen Betriebssystemen wie Google und Apple zu nennen, die mit sog. „Mobile Wallets“, also digitalen Portemonnaies auf dem Telefon, ein Stück des Mobile Payment Kuchens für sich beanspruchen wollen. Das Engagement der MNOs ist strategisch nachvollziehbar, um sich so vor dem Hintergrund erster herstellerseitig integrierter eSIM (embedded SIM) Karten (vgl. Apple SIM im kürzlich vorgestellten iPad Air2 und iPad Mini 3) mit flexibler, kurzfristiger Providerauswahl im Softwaremenü vor der Degradierung zum reinen Commodityanbieter zu schützen.
Falls die SIM-Karte des Providers und korrespondierende Laufzeitverträge mit den Endkunden wegfallen, gilt es durch zusätzliche Angebote die direkte Kundenbeziehung aufrecht zu erhalten. Die Erfolgsaussichten eines marktrelevanten MNO- Bezahlstandards erscheinen allerdings trotz etablierter Kundenbasis fraglich. Letztendlich ist es unwahrscheinlich, dass Mobilfunkanbieter die notwendige Anbindung von Servicepartnern und Banken einheitlich und kurzfristig lösen können, zumal providerübergreifende Initiativen wie mPass aufgegeben bzw. nur in deutlich reduziertem Umfang realisiert wurden und kein MNO allein die kritische Masse zur Durchsetzung eines relevanten Bezahlverfahrens generieren kann. Hinzu kommt, dass diese Bestrebungen in direkter Konkurrenz zu denen der Gerätehersteller stehen, mit denen MNOs im Kerngeschäft symbiotisch verbunden sind.

Unter den Hardwareherstellern ist Google seit 2011, Apple seit Oktober 2014 mit einer eigenen Mobile Wallet aktiv. Die Technologieriesen haben beste Chancen einen nachhaltig relevanten Standard zu definieren: Beide kontrollieren Betriebssystem und Hardware (bei Google beschränkt auf die eigenen Modelle der Nexus Reihe) und können so eine nahtlose Integration von Payment-Lösungen in ihre Endgeräte sicherstellen, inklusive der standardisierten Vorinstallation auf Neugeräten bzw. im Rahmen von Systemupdates. Sie verfügen weiterhin über die notwendige Markt- und Verhandlungsmacht, enorme Investitionsreserven, glaubwürdige Technologiekompetenz und jahrzehntelange Erfahrung in Bezug auf UI und UX Design – eine wesentliche Vorbedingung um die Akzeptanzkriterien der Kunden zu erfüllen und damit eine schnelle Marktdiffusion zu gewährleisten. So erreichte Apple Pay innerhalb von 3 Tagen immerhin 1 Mio. Registrierungen. Google muss in Bezug auf den Bezahlprozess flexibler werden (komplexes Modell mit Google Karte und PIN Eingabe), um mit Apple mithalten zu können.
Auch ein weiterer Hygienefaktor der Kundenakzeptanz kann erfüllt werden: Der der Transaktionssicherheit. Beide Unternehmen betreiben seit Jahren und ohne relevante Datenskandale erfolgreich digitale Marktplätze inkl. hinterlegter Kunden- und Bezahldaten, Google wird allerdings ob des berüchtigten Datenhungers mit gewissen Vorbehalten der Nutzer zu kämpfen haben.

Einer der potentiell relevantesten Player für die Definition eines Mobile Payment Standards hat sich bisher noch einigermaßen zurückgehalten: PayPal. Das Unternehmen verfügt über eine etablierte, internationale Nutzerbasis (15 Mio. aktive PayPal Konten in Deutschland, weltweit über 230 Mio.), ist nachhaltig skandalfrei und genießt folgerichtig das absolute Vertrauen für digitales Bezahlen. Erste Piloten mit PayPal am POS laufen derzeit in Bars und Restaurants in deutschen Großstädten. Die Technologie basiert auf einem Joint Venture mit dem iPad Kassensystem Orderbird und erlaubt das Bestellen und Bezahlen per PayPal-App. Nach dem Einchecken wird die Identität des Kunden per auf das Kassensystem übertragene Foto vom Kassierer überprüft und der Bezahlvorgang abgeschlossen. Man darf gespannt sein, wann und wie der Payment-Gigant endgültig den Schritt in die analoge Welt der großen Händler wagt. Dass er kommt, steht außer Frage.

Fazit: Die Zeit ist reif, zumindest für ein Konzept.

Viele Acquirer vollziehen aktuell bereits den Austausch der Lesegeräte, um für die neue NFC-fähige Kartengeneration gerüstet zu sein und schaffen damit die technische Infrastruktur für NFC-fähige Smartphones und bequeme Bezahlprozesse. So wird Mastercard bis 2018 alle Akzeptanzstellen auf NFC umstellen lassen. NFC scheint sich ohnehin als Standard zu etablieren und wird auch von aktuellen Brückentechnologien wie NFC-Stickern (mPass, Targobank etc.) unterstützt. Handybasierte Verfahren mit alternativen Technologien wie QR-Code oder PIN-Eingabe schaffen keinen Fortschritt in Bezug auf Transaktionsgeschwindigkeit oder Convenience und werden entsprechend mit der Nutzerakzeptanz der Kunden zu kämpfen haben. Wenn zukünftig an jedem Terminal die kontaktlose Zahlung per Kreditkarte möglich ist, wird kaum ein Kunde den langwierigen, wechselseitigen Scanprozess von QR-Codes mit dem Telefon als Fortschritt empfinden. Ohnehin gilt es, den Kundennutzen bei der Konzeption des Systems im Fokus zu halten – insbesondere hinsichtlich Transaktionssicherheit und Usability, den zwei relevantesten Akzeptanzkriterien für mobiles Bezahlen.

Der Handel erhält mit einem mobilen Bezahlsystem die Chance, eine direkte Kundenbeziehung und eine digitale Präsenz mit einer Reihe von Mehrwertdiensten auf dem Smartphone zu etablieren – wenn er dem Kunden einen tatsächlichen Mehrwert bietet und nicht die eigenen Bedürfnisse, wie die Erhebung von Kundendaten und die Senkung der Transaktionskosten, in den Vordergrund stellt. Letztendlich entscheidet immer noch der Kunde, wie er zahlt – und damit auch, ob er die aufwändigen Anfangsinvestitionen einer individuellen Payment-Lösung gegenfinanziert. Händler ohne den Anspruch auf Differenzierung bzw. ohne die Möglichkeit zur nahtlosen Integration einer eigenen Lösung können getrost auf die Konsolidierung des Marktes warten und sich schließlich für ein passendes Angebot entscheiden.

Über die Frage danach, welche der beiden Strategien die Richtige ist, sollte man sich allerdings recht schnell klar werden.

Karriere bei Conpetition20. November 2014

Neue Kollegen gesucht!

Wir freuen uns über neue Kunden und nachhaltiges Wachstum.

Daher suchen wir ab sofort neue Kollegen für die Positionen Consultant/Senior Consultant.
Weitere Informationen finden Sie unter Karriere.

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an!

 

Weihnachtsgeschenk 201410. November 2014

Conpetition unterstützt das Deutschlandstipendium der Goethe-Universität

Unsere Firma ist auf gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen – heute und in der Zukunft.

Daher möchten wir auch in diesem Jahr unseren Beitrag leisten, um vielversprechende Nachwuchstalente aus allen Nationen und allen Teilen der Gesellschaft zu fördern.

Als Weihnachtsgeschenk unterstützen wir in diesem Jahr das Deutschlandstipendium der Goethe-Universität, das begabten Studierenden die Chance gibt, sich voll und ganz auf ihr Studium zu konzentrieren.

http://www.uni-frankfurt.de/44947252/chancen_schenken

Conpetition wünscht frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr!

Digital Marketing Congress03. November 2014

Smart Home für Digital Natives - qualitative Studie von Conpetition

Die Massenmarktdiffusion von Smart Home Lösungen wird seit Jahren erwartet und lässt doch auf sich warten.

Vor dem Hintergrund der kurzfristig erfolgten Aktivitäten global relevanter Technologiegiganten wie Apple (Integration von Home Link in iOS 8) und Google (Akquisition von NEST) ist nun tatsächlich der Sprung in den Massenmarkt zu erwarten. Aber werden die richtigen Zielgruppen adressiert?

Etablierte Eigenheimbesitzer mittleren Alters stellen für die meisten Anbieter von Smart Home Lösungen die Kernzielgruppe dar - doch in diesem Personenkreis schaffen die Sorge um die technische Komplexität, Datensicherheit und einfache Bedienbarkeit relativ hohe Einstiegsbarrieren.
Die Zielgruppe der Digital Natives erscheint da attraktiver, sie hat kaum Berührungsängste gegenüber neuen Technologien und stellt einen überdurchschnittlich hohen Anteil der Early Adopter. Neues wird selbstverständlich, gern und oft ausprobiert, der relative Anteil an Ausgaben für Technologie ist signifikant höher als in anderen Haushalten.

Entsprechend erwarten wir in dieser Zielgruppe eine überdurchschnittlich schnelle Marktdiffusion trotz der wenig etablierten Wohnsituation - mit entsprechend anderen Treibern als Komfort, Sicherheit und Energiesparen.
Bisherige Zielgruppensegmentierungen von SmartHome Anbietern sind kaum auf diese jungen Segmente ausgerichtet, sondern fokussieren eher auf etablierte Besserverdiener mit Wohneigentum. Entsprechend fehlen Customer Insights, Use Cases sowie Ansätze zur kommunikativen und vertrieblichen Erreichbarkeit jüngerer Zielgruppen.

Conpetition konnte im Rahmen einer qualitativen Primäranalyse viele interessante Insights generieren. Wenn Sie Interesse an den Ergebnissen der Studie haben, sprechen Sie uns gerne an!

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an.

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